Ortstermin in der Krankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie in Werneck

Gespräch mit Herrn Prof. Dr. Volz und Herrn Dr. Schaumann im Bezirksklinikum Werneck

 

(v.l. Gerhard Müller, Prof. Dr. Volz, Bärbel Imhof, Dr.Schaumann und Kerstin Celina)

 

Ortstermin der grünen Bezirktagsfraktion mit Bärbel Imhof und Gerhard Müller sowie MdL Kerstin Celina zusammen mit zwei Praktikant*innen in der Maßregelvollzugseinrichtung im Krankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie Werneck. Der Ärztliche Direktor Prof. Volz, der forensische Oberarzt Dr. Schaumann und Kollegen aus anderen Berufsgruppen diskutierten mit den unterfränkischen Mandatsträgern in den Räumen der forensischen Abteilung. Hier werden bis zu 44 Straftäter mit psychischen Erkrankungen und/oder Suchterkrankungen diagnostiziert und therapiert, entweder anstelle eines Aufenthaltes in einer Justizvollzugsanstalt oder vor einem Aufenthalt dort, z.B. bis die Suchterkrankung überwunden ist, und auf ihre Entlassung vorbereitet Die Forensische Abteilung befindet sich seit Dezember 2004 in einem neu errichteten, gut gesicherten und modernen Gebäude. Bei der Behandlung psychisch erkrankter Straftäter gilt, dass sie sicher verwahrt und therapiert werden sollen, bis sie ihre deliktbezogenen persönlichen Krankheiten soweit geheilt worden sind, dass nach Entlassung keine weiteren Straftaten mehr zu erwarten sind. Zur Anwendung kommen dabei einzel- und gruppentherapeutische Maßnahmen sowie psychopharmakologische Behandlungsstrategien, ergänzt durch komplementäre Angebote der Ergo- und Bewegungstherapie. In Werneck arbeiten Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter und Pflegekräfte. 

Nach dem Fall Mollath wurde intensiv diskutiert, wie Fehldiagnosen psychiatrischer Krankheiten und unverhältnismäßig lange Aufenthalte in Maßregelvollzugseinrichtungen verhindert werden können. Ein Journalist bezeichnete damals den Maßregelvollzug als „Dunkelkammer des Rechts“ um auszudrücken, dass nicht immer transparent ist, auch welchen Kriterien im Maßregevollzug entscheiden wird. Einiges wurde auch im letzten Jahr mit dem neuen „Maßregelvollzugsgesetz“ in Bayern neu geregelt, z.B. Kriterien für zu erstellende Gutachten neu definiert. Doch die Umsetzung ist nicht immer einfach, so ist es schwierig, unabhängige und gut qualifizierte] Sachverständige für die Diagnostik und Prognosegutachten zu finden.

Vor Ort haben die Mandatsträger die Situation  der psychiatrischen und forensischen Versorgung in Unterfranken  besprochen, also die Umsetzung des neuen Gesetzes, die aktuellen Schwierigkeiten der Kinde- und Jugenspsychiatrie und die  Initiativen auf Bezirktagsebene, was den Informationsaustausch zwischen den Einrichtungen und den Bezirksräten  angeht. Des weiteren diskutierten wir die Antworten, die wir von der Staatsregierung bekommen haben, z.B. zu dem Thema „Behandlung von somatischen Krankheiten im Maßregelvollzug“, die oft erheblichen personellen Aufwand und hohe Kosten mit sich bringt (begleitete Arztbesuche etc.) und zu dem Thema „Kinder- und Jugendpsychiatrische Versorgung“. Den Abschluss bildete ein Rundgang auf einer forensischen Station und kurze Gespräche mit den Patienten und Personal.

 

 

Infos aus erster Hand

Die grünen Bezirksräte Bärbel Imhof und Gerhard Müller sowie Landtagsabgeordnete Kerstin Celina informierten sich über die Maßregelvollzugseinrichtung im Krankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie Werneck. Der Ärztliche Direktor, Professor Volz, der forensische Oberarzt Dr. Schaumann und Kollegen aus anderen Berufsgruppen diskutierten gemeinsam mit den unterfränkischen Mandatsträgern in den Räumen der forensischen Abteilung.

Hier werden laut Pressemitteilung bis zu 62 Straftäter mit psychischen Erkrankungen oder Suchterkrankungen therapiert – anstelle eines Aufenthaltes in einer Justizvollzugsanstalt. Die Forensische Abteilung befindet sich seit Dezember 2004 in einem neu errichteten, gut gesicherten Gebäude.

Zur Anwendung kommen einzel- und gruppentherapeutische Maßnahmen sowie psychopharmakologische Behandlungsstrategien, ergänzt durch Ergo- und Bewegungstherapie, heißt es in der Pressemitteilung.

Vor Ort haben die Mandatsträger die Situation der psychiatrischen und forensischen Versorgung in Unterfranken besprochen. Den Abschluss bildete ein Rundgang auf einer forensischen Station und Gespräche mit den Patienten und Personal.

 

Quelle: Mainpost 11.02.2016

zurück